Delegazione MCI

Bilaterale Begegnung der Migrationskommissionen der deutschen und italienischen Bischofskonferenzen – Köln 20-21.02.2014

Bericht des Delegaten der italienischen Missionen und Gemeinden in Deutschland

 

Die Delegation der Italienischen Katholischen Missionen und Gemeinden in Deutschland ist der deutschen und italienischen Bischofskonferenz dankbar dafür, dass sie sich der Probleme der Auswanderung annimmt, und diese Bilaterale ist ein klares Zeichen, dass auch unsere Gemeinden in den Blick genommen werden. Die Tätigkeit in unseren Gemeinden wird im Auftrag der beiden Bischofskonferenzen in besonderer Weise von der Cemi/Migrantes für Italien und von der Kommission XIV/und dem Nationaldirektor für Deutschland durchgeführt.

 

Nachdem wir mit großem Interesse gehört haben, welche Pastoralpläne und konkreten Vorschlägen es gibt, möchten wir als Delegation für die Italiener in Deutschland unsere Überlegungen dazulegen. Wir wollen aktiv mitarbeiten und unsere Rolle übernehmen, gemeinsam unsere italienischen Gemeinden anzuleiten und in der Pastoral zu unterstützen.

 

Ich möchte unterstreichen, dass diese Gemeinden Teil der deutschen Kirche sind, obgleich auch eine andere Sprache gesprochen wird und einige nicht die Strukturen vor Ort und die pastoralen Angebote der Ortskirche nutzen. Die Anbindung an die Kirche des Herkunftslandes, bedingt durch die Sprache, die Kultur, die Bildungsangebote kommt durch Kontakte zu den italienischen Diözesen, unsere katechetische Ausrichtung, Fortbildungsangebote, Pflege italienischer volksreligiöser Traditionen usw.  vielfältig zum Ausdruck, aber sie darf die Tatsache, dass wir Teil der deutschen Kirche sind weder verschleiern noch schmälern.

 

Diese bilaterale Begegnung der Migrationskommissionen beider Länder, die achte inzwischen (die erste fand 1965 in Mailand statt, dann 1975 und 1986 in Bonn, 1989 in Rom, 1993 in Berlin und 1999 in Rom), findet genau 10 Jahre nach der letzten statt, die vom 16. – 19. Februar 2004 in Köln abgehalten wurde. Für letztere hatte man etwas mehr Zeit zur Verfügung und die Delegationen waren stärker besetzt (8 Vertreter von deutscher Seite, darunter Msgr. Trelle, damals Weihbischof in Köln, und 5 von italienischer Seite, außerdem P. Parolin, der damalige Delegat der Italienischen Gemeinden in Deutschland und Frau Cussigh als Übersetzerin).

 

Es ist nicht einfach, eine Zusammenfassung dessen zu machen, was seither geschehen ist und welche Veränderungen es gegeben hat, aber einige Dinge springen gleich ins Auge. 2004 zogen ca. 30.000 Menschen neu aus Italien hierher und genauso viele verließen Deutschland so dass die Zahl der hier ansässigen Italiener mit circa 600.000 Einheiten stabil war. Seit 2006 ist die Zahl der Neuzugänge höher als die der Rückkehrer. 2012 kamen 45.094 neu aus Italien hierher, 36.896 davon waren Italiener. Dagegen stand die Zahl von 23.378 Rückkehrern, hiervon 20.553 Italiener. Damit haben wir im Vergleich zu 2004 einen Zuwachs von 33% und die Rückkehrquote hat sich beinahe halbiert. 2012 verzeichnete man unterm Strich ein mehr von 16.343 Einheiten (mehr als doppelt so viel im Vergleich zu 2011, wo 7254 Einheiten gezählt wurden, damit erhöhte sich die Zahl in einem Jahr um über 50%). Die Analyse dieser Daten aus dem Migrationsbericht 2012 der deutschen Regierung die am 15.1.2014 veröffentlicht wurden, zeigt einerseits, dass die Zahl der Einwanderungen aus Italien steigt, andererseits, dass auch viele Migranten Italien verlassen, um nach Deutschland auszuwandern (mehr als 8.000 im Jahr 2012). Italien ist also wieder ein Auswanderungsland und das beliebteste Ziel der jungen Hochschulabgänger und der Familien, die in finanziellen Schwierigkeiten leben, ist Deutschland.

 

Viele dieser Menschen landen auch in unseren Gemeinden. Sie suchen uns nicht nur aus religiösen Gründen auf, d.h. um für ihre Kinder nach Kathechese und Sakramentenspendung nachzufragen, sondern auch um konkrete Hilfe, eine finanzielle Unterstützung, Hilfe bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder einer Wohnung zu erbitten. Wir können uns nicht zurückziehen, gerade weil wir ihre Sprache sprechen (die meisten von ihnen können kein Wort Deutsch), aber auch um unserem diakonischen Auftrag gerecht zu werden und weil es vielerorts keine Sozialdienste des Caritasverbandes mehr gibt, zumindest nicht mehr in der Zahl wie in den ersten Jahrzehnten der italienischen Migration in Deutschland.Wir haben damals diese Fälle gerne an diese Dienste vermittelt.

 

Vor zehn Jahren gab es in Deutschland 77 Italienische Missionen und Gemeinden, mit 75 Priestern (3 davon aus Polen), 29 Ordensschwestern (und 3 aus Sekularinstituten) und zirka 30 hauptamtliche Laienmitarbeiter. Heute sind es 83 Gemeinden, auf 19 Diözesen verteilt, die von 70 Priester geleitet werden (45 davon sind Italiener und 25 haben eine andere Staatsangehörigkeit; davon sind 43 in Vollzeit und 27 in Teilzeit beschäftigt) und von 42 pastoralen Mitarbeitern begleitet werden (4 Diakone, 13 Ordensschwestern und 25 pastorale Mitarbeiter).

 

Die Zahl der Missionare ist nur um 5 Einheiten zurückgegangen, und das, obgleich Sterbefälle, Berentungen vorlagen und aus Italien fast niemand mehr kommt. Gott sei Dank gibt es viele Priester anderer Nationalität, die diese Aufgabe übernehmen (Polen, Afrikaner, Inder, Deutsche usw. Heute sind es 25 von 70 Priestern im Vergleich zu vor zehn Jahren also hat sich die Zahl fast verzehnfacht). Diese sprechen italienisch, weil sie entweder in Italien studiert oder dort gearbeitet haben. Sie sind in der Regel gut aufgenommen und gliedern sich gut in unsere Gemeinden ein, auch wenn sie nicht immer in Vollzeit tätig sein können (weil sie noch studieren, oder weil sie gleichzeitig eine deutsche Gemeinde bzw. eine zweite italienische Gemeinde betreuen. In der gleichen Zeitspanne hat sich die Zahl der Ordensschwestern leider halbiert. 2012 haben sie ihre Koordinierungsstelle auf Bundesebene aufgelöst. Auch die Zahl der Laienmitarbeiter ist zurückgegangen.

 

In einer Zeit also mit immer weniger Personal, mit weniger finanziellen Mitteln, sind wir aufgerufen, uns einer größer werdenden italienischen Gemeinde zu stellen (laut Bericht von Migrantes 2013 sind derzeit 651.852 Italiener in Deutschland, laut Statistik des Bundesamtes waren es Ende 2012 529.417), und wir haben mehr italienische Gemeinden und Missionen trotz vieler Schließungen (inzwischen 16: Bad Säckingen, Biberach/Ravensburg, Bonn, Braunschweig, Göttingen, Freiburg, Rastatt, Hagen, Heidelberg, Koblenz, Neuß, Rottenburg, Saarlouis, Singen, Speyer, Würzburg) und Zusammenführungen der Gemeinden.

 

Dass die Zahl der Gemeinden sich erhöht hat, erklärt sich durch die veränderten Strukturen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, einem Modell, das bei der Bilateralen 2004 vom damaligen Referenten Msgr. Adam vorgestellt wurde. Die Reform der Strukturen sah vor, dass die tausend deutschen Pfarreien und die 54 ausländischen Missionen der Diözese zu 250 Seelsorgeeinheiten zusammengefasst werden sollten. Aus den 16 italienischen Missionen sollten 37 Gemeinden entstehen. Dies geschah auch. Sie waren nicht mehr autonom – nach dem klassischen Modell der Mission, das heute noch in allen anderen deutschen Diözesen besteht – sondern in die neuen Strukturen und die Pastoralteams eingegliedert.

 

Zehn Jahre nachdem dieses Modell vorgestellt wurde ist es richtig eine Bilanz zu ziehen und da trotz der Vorbehalte und der anfänglichen Schwierigkeiten und einiger noch nicht gelöster Probleme wir insgesamt einen positiven Eindruck haben, könnte man vorschlagen, dieses Modell auch auf andere Diözesen zu übertragen. Die deutschen Diözesen haben aber ganz unterschiedliche und selbständige Formen der strukturellen Erneuerung. Sie beziehen dabei die Gemeinden anderer Muttersprache in ganz unterschiedlicher Weise mit ein. Dies wurde auch bei der Jahrestagung der Delegaten und der Ausländerreferenten letzte Woche hier in Köln (11. – 13.02.2014) deutlich. Auch für unsere Delegation ist es daher nicht möglich ein einheitliches pastorales Projekt, das auf Bundesebene für alle gelten soll, aufzustellen, denn wir müssen uns den diözesanen Vorgaben anpassen und entsprechend handeln.

 

Es gibt immer noch verschiedene Experimente, um die Gemeinden anderer Muttersprachen den diözesanen Strukturreformen anzupassen, und deren Eingliederung in den Ortskirchen zu verbessern. Ich erinnere nur an das jüngste, in Hannover (Diözese Hildesheim), bei der vier Gemeinden (die deutsche, italienische, spanische und kroatische) unter einem Dach, dem so genannten Internationalen Katholischen Zentrum, zusammengefasst wurden. Die Nähe zueinander müsste zu einer besseren Zusammenarbeit führen, gemeinsame Initiativen ermöglichen, auch wenn jede Gemeinde im finanziellen und pastoralen Bereich selbständig bleibt. Das Projekt ist erst in diesen Tagen gestartet und deswegen ist es noch zu früh für eine Auswertung. Die Praxis wird in den nächsten Jahren zeigen, ob es sich bewährt. Details zum Projekt in Hannover können Sie aus der Anlage entnehmen.

 

Zurück zum Personal: das Durchschnittsalter der italienischen Priester in unseren Gemeinden ist 69 Jahre: 12 von ihnen sind über 75 Jahre alt und nur 6 von ihnen sind noch keine 60. am Ende dieser Legislatur, also 2017, werden über die Hälfte der Priester das 75 Lebensjahr erreicht haben, und damit das canonische Alter, in dem in den deutschen Diözesen qua Norm die Leitungsfunktionen abgegeben werden sollten (demnach auch die Funktion des leitenden Pfarrers).

 

Von diesem Gesichtspunkt aus sind wir schon heute in einer schwierigen oder prekären Situation. Dies erklärt die Entscheidung, die wir 2012 zu Beginn meines Mandats getroffen haben, nämlich nur noch in wenigen Städten in jedem Fall eine italienische Mission/Gemeinde garantieren zu wollen (Städte mit einem großen Italieneranteil wie Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart, München). In den anderen sollen die Gemeinden im Rahmen des möglichen weitergeführt werden, sofern Personal vorhanden ist und die Diözesen es in ihren Strukturplänen vorsehen. Gleichzeitig haben wir uns vorgenommen – da es immer und überall Italiener geben wird – unsere Gemeinden immer stärker den Gemeinden vor Ort anzugliedern. Sie sollen in einer deutschen Ortspfarrei beheimatet sein. Unsere Gruppen möchten wir so schulen, dass sie unabhängig von der Anwesenheit eines italienischen Pfarrers weiter bestehen und aktiv sein und damit sichtbares Zeichen der italienischen Katholiken sein können. Diese Entwicklung ist wie oben schon gesagt in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bereits im Gange, und greift langsam auch auf viele andere Gemeinden über.

 

Um ein solches Projekt durchzuführen ist es unabdingbar die hauptamtliche wie ehrenamtliche Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Aus diesem Grund haben wir einen Theologiekurs für Laien eingerichtet (wir haben die Landkarte Deutschland in drei Gebiete aufgeteilt, Norden-Zentrum und Süden). Ab diesem Jahr soll es, zusätzlich zu den Fortbildungsangeboten der einzelnen Missionen, neben der Tagung der Ehrenamtlichen und der Jugendlichen auf nationaler Ebene auch Treffen in den jeweiligen Gebieten geben, damit eine kontinuierliche und effiziente Fortbildung gewährleistet und eine Teilnahme für mehr Menschen ermöglicht wird. Dabei kommt es uns nicht so sehr auf die Zahl der Teilnehmer an, sondern darauf, dass diejenigen, die bereits in den Gemeinden aktiv sind, entsprechend geschult werden.

 

Für uns hat als Informationsmittel auch die Zeitung „Corriere d’Italia“ eine große Bedeutung. Eine Zeitung, die 1951 entstanden ist, bis 2004 wöchentlich erschien jetzt monatlich erscheint und 32 Seiten umfasst. Sie wird von der VDD mit einem jährlichen Beitrag unterstützt (in diesem Jahr mit 35.000 Euro) und auch vom italienischen Staat erhalten wir eine Unterstützung (der Betrag richtet sich nach den Entscheidungen der entsprechenden Kommission, die jährlich neu getroffen werden). Wir haben eine Auflage von ca. 30.000. Die Zeitung wird in ganz Deutschland verbreitet und vor allem von den Missionen und Gemeinden verbreitet.

 

Im Bereich der Fortbildungen haben wir den 5-Jahres Plan der Deutschen Bischofskonferenz zugrunde gelegt („Im Heute glauben“, bekannt auch als Dialogprozess), der ja aufgenommen wurde, um der Kirche nach dem Missbrauchsskandal wieder Glaubwürdigkeit zu geben und um an die 50 Jahre des II Vatikanischen Konzils zu erinnern und den Geist von damals wieder lebendig werden zu lassen. Dieses Jahr steht die Martyria im Vordergrund. Es geht uns nicht in erster Linie um theologische Theorien sondern vielmehr wollen wir neue Formen christlichen Zusammenlebens entdecken und überlegen, wie wir als Gläubige Zeugen des Auferstandenen sein können und uns von den konkreten Zeugnissen anderer ansprechen lassen. 2015 endet dieser Pastoralplan mit der Feier zum 50. Jahrestag des Abschlusses des Konzils. Aus diesem Anlass wird die Migrantes auch auf unseren Vorschlag hin eine Tagung auf europäischer Ebene an den beiden Geburtsorten der Konzilsväter (Johannes XXIII und Paul VI) abhalten, eine Art Tagung und Wallfahrt zugleich. An dieser Stelle hätte ich gerne von Migrantes erfahren, wie weit die Organisation dieser Tagung ist. Diese könnte auch eine Gelegenheit bieten zu einer plurilateralen Begegnung der Delegierten und der Migrationskommissionen der verschiedenen Länder Europas. Seitens der deutschen Kirche hätte ich gerne gewusst, ob es nach 2015 einen neuen mehrjährigen Pastoralplan gibt (aus meiner Sicht wäre dies erstrebenswert), oder ob der jetzige Plan nur auf Grund der oben genannten Vorfälle iniziiert wurde).

 

Einen kurzen Abriss zu unserer Organisation. Der Delegat (eine 60% Stelle) und der stellvertretende Delegat (er arbeitet ehrenamtlich) sind beide für die Dauer von 5 Jahren von der deutschen Bischofskonferenz nominiert. Sie werden von einem Delegationsrat unterstützt, der sich aus vier Vertretern der Einzugsgebiete (Nord-, Mittel- und Süddeutschland und Bayern), drei Stellvertretern (Nord-, Mittel- und Süddeutschland) und vier Vertretern der Laien (eine Ordensschwester, ein  Hauptamtlicher, ein Ehrenamtlicher und ein Vertreter der Jugend) zusammensetzt. In den jeweiligen Gebieten finden drei Mal im Jahr Versammlungen statt. Der Delegationsrat trifft sich mindestens vier Mal im Jahr, um die aktuellen Themen zu besprechen und gemeinsame Aktivitäten zu planen: Nationaltagung, Exerzitien, Nationaltagung der Laien, Jugendtreffen, Wallfahrt nach Lourdes, Veröffentlichungen (Corriere d’Italia, Akten der Tagungen, Rundschreiben des Delegaten, Auftritt im Internet…), Fortbildung (Theologiekurs für Laien), und ab diesem Jahr regionale Treffen der Ehrenamtlichen und der Jugendlichen. Diese Initiativen verstehen sich selbstverständlich als zusätzliches Angebot zu den Angeboten auf diözesaner und Ortsebene.

 

Ich komme zum Schluss und möchte noch zwei Sorgen zum Ausdruck bringen. Die erste betrifft die Mission in Berlin. Es ist enttäuschend zu sehen, dass in der Hauptstadt, in der 19.771 Italiener zuzüglich 5161 Menschen italienischer Abstammung leben, in der allein 2012 1502 Neuzugänge verzeichnet wurden, einer Stadt, die bei italienischen Touristen an erster Stelle steht, die italienische Gemeinde nur einen Pfarrer hat und einem Sekretär mit einem 3 Stundendeputat in der Woche. Eine weitere hauptamtliche Kraft mit einer 100 % Stelle erscheint mir das Mindeste, um auf die pastoralen Bedürfnisse in dieser Stadt und dem Umland eingehen zu können. Wenn die Ortskirche nicht in der Lage ist, diese zu stellen, sollten die Delegation, Migrantes und die Diözese Brescia darüber nachdenken, wie eine Unterstützung aussehen könnte. Gott sei Dank gibt es ehrenamtliche Mitarbeiter, die in unseren Gemeinden ein fundamentaler Bestandteil zur Ausübung unserer Aktivitäten sind. Damit eine bessere Entscheidung für Berlin getroffen werden kann, füge ich einen Bericht bei, der mir der jetzige Missionar Don Giuseppe Chiudinelli zukommen ließ.

 

Die zweite Sorge betrifft die Zukunft unserer Gemeinden. Ich habe ausgeführt wie die Delegation arbeitet, nämlich in zwei Richtungen. Wir wollen vor allem verhindern, dass der Missionar sich mit seiner Gemeinde identifiziert und alles auf sich konzentriert, denn damit riskiert man, dass nichts mehr weiterbesteht, wenn er sich dann zurückzieht und es keinen Nachfolger gibt. Ich erwarteauf der anderen Seite, dass die Diözesen nicht aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen die schwerwiegenden Fehler der Vergangenheit wiederholen, durch unvorhergesehene Schließungen von Strukturen oder Entlassungen von Personal ohne eine entsprechende Vorbereitung und ohne Alternativlösungen anzubieten, die ein Fortbestehen der jahrzehnten jahrelange Arbeit garantieren könnte. Wenn aktuelle Strukturen verändern werden oder geschlossen werden (oft ist das notwendig), wenn Berentungen und Verringerung des Personals anstehen (Restrukturierungen aus finanziellen Gründen), soll dies nicht gleichbedeutend sein mit einem Auslöschen einer bis dahin gut funktioniereden  Pastoral. In einer Welt, in der immer mehr Menschen in Bewegung sind, ist es gerade die Kirche, die am besten darauf vorbereitet ist, immer neuen Situationen zu begegnen, weil sie katholisch ist, universell, reich an Einheit in der Vielfalt. Die Menschen begleiten, mit den Minderheiten arbeiten, die Verschiedenheiten wertschätzen, an den Rändern der Gesellschaft anwesend sein, dies ist eine große Herausforderung für uns alle. Es kann nur gelingen, wenn alle Institutionen zusammenarbeiten, wenn die Kirchen zu Solidarität und Zusammenarbeit bereit sind. Dies ist auch die Bedeutung solcher Bilateralen, die allerdings in kürzeren Abständen stattfinden sollten.

 

p. Tobia Bassanelli

Köln, 20.02.2014

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